Es gibt so viel Gutes um uns herum.
Schönheit ist direkt da — wir müssen nur langsamer werden und hinsehen.
Dieser Gedanke begleitet mich seit vielen Jahren und prägt mein Leben ebenso wie meine Kunst.
Nicht alles entfaltet sich so, wie wir es planen.
Nicht alles lässt sich sofort verstehen.
Es gibt Momente, in denen wir tief fallen — und Momente, in denen wir wieder aufstehen.
Doch selbst in Zeiten des Stillstands, des Umbruchs, des Neuanfangs ist Wertvolles und Wunderbares zu finden. Deshalb zieht es mich zu Farbe und Licht — in der Kunst und im Leben.
Hinter meinen Arbeiten liegt ein Weg.
Du bist eingeladen, hinter die Leinwand zu schauen.
Mein Leben ist ganz anders verlaufen, als ich es mir als Mädchen vorgestellt und gewünscht hatte — so völlig anders.
Wenn ich heute auf meinen Lebenslauf schaue, muss ich manchmal schmunzeln. Denn eigentlich hätte dort direkt nach dem Abitur ein Kunststudium vermerkt sein sollen. Vor allem nach Afrika. Und damals war ich sogar sofort an der Kunstakademie angenommen worden.
Geboren in einem kleinen südlichen europäischen Land der ehemaligen Sowjetunion, als Tochter meines deutschen Vaters und meiner russischen Mutter, aufgewachsen zwischen Kulturen, mit meinem kleinen Bruder, behütet und geliebt, geprägt von Bewegung, Wandel und Neuanfang, habe ich früh gelernt, mich nicht an Orte zu binden, sondern an Atmosphären. Mein Zuhause ist kein Punkt auf der Landkarte – es ist ein Gefühl. Es ist die Verbundenheit mit dem, was in meinem Herzen lebt.
Eines Tages flog ich als junge Europäerin in den Süden zum Äquator. Zu den warmen Tagen Ostafrikas, den positiven, fröhlichen, bescheidenen und anmutigen Menschen dort, der Farbenpracht an allen Ecken, der originellen Kreativität, der köstlichen Früchte, der traumhaften Landschaft, der faszinierenden Tierwelt und der charmanten FlipFlop-Kultur. Dort entdeckte ich eine tropische Welt voller Farbe, exotischer Düfte, natürlicher Schönheit und Menschen mit einer freundlichen, entschleunigten Art zu leben. Mittendrin lebte und arbeitete ich. Der lange Aufenthalt dort veränderte und formte mich. Und gerade dieser Breitengrad und seine Klimazone wurde von da an zu meinem Sehnsuchtsort bis heute: Palmen, Sonne, Ozean.
Einige Jahre später führte mich meine Reise erneut in die Nähe des Äquators — diesmal auf die andere Seite der Welt.
Nach einem Projekt in den Tropen Südamerikas ist meine Liebe für den Dschungel und die Karibik entfacht. Und ebenso mein Interesse für die lateinamerikanische Kultur.
Die fröhliche und lebendige Musik hatte ich schon immer gemocht, aber nun entdeckte ich sie bewusst — die heiteren, offenen und lebhaften Menschen mit ihrer wunderschönen spanischen Sprache und auch ihre entschleunigte Art, dem Leben im Moment, dem genussvollen Wertschätzen des Augenblicks und die atemberaubende Natur- und Städte-Landschaft mit ihrer farbenfrohen exotischen Tier- und Pflanzenwelt.
Ich liebe es, in diese Welt einzutauchen — sie strahlt so viel positive, motivierende Energie und Freude aus, eine Art von Freude wie sanfte warme Sonnenstrahlen auf der Haut sie erzeugen, und zartes, glitzendes Wasserspiel im Hintergrund.
Und wie das bei Künstlern eben ist :) — alles, was mich inspiriert, bewegt, berührt, findet irgendwann seinen Weg auf meine Leinwand.
Ich male Emotionen. Atmosphären. Erinnerungen.
Ich male Freiheit, Sehnsucht und den warmen Schimmer tropischer Welten.
Manchmal, als würde ich sie durch ein Fenster betrachten, manchmal, als würde ich dort stehen oder gehen,
und manchmal, als würde ich über diese gemalte Welt fliegen, mit weit geöffneten Flügeln.
Meine Kunst ist meist ein leiser Ort im Lärm der Welt.
Ein Raum, der atmet.
Ein Moment, der eine Geschichte erzählt.
Es ist meine Sprache.